Der Wirt im Schloss. Die gute alte Schwaige

by · September 20, 2011

Eigentlich kennt sie hier in Nymphenburg jeder: die Schwaige. Neben dem Nymphenburger Schloss kann man sie nur schwer verfehlen. Trotzdem führt bei weitem nicht jedermanns Weg in die Schlosswirtschaft. Sie ist wesentlich älter als der Bau des Hauptschlosses selber. Hätten Sie das gewusst? Was viele auch nicht ahnen: Die Schwaige ist trotz prominenter Lage kein Touristen-Lokal. Wer hier isst, ist aus Nymphenburg und Umgebung. Zumindest aber aus München, erzählt uns Inhaber und ehemaliger Sternekoch Peter Kinner, der neben der traditionellen Schwaige auch andere gastronomische Angebote pflegt. Die sind dafür weniger konventionell, eher abgehoben, wie etwa das „König-Ludwig-Menü“ oder das „Dinner in the Dark“.


Vielseitiges Veranstaltungsprogramm
Wir sind sehr angetan von der Schwaige. Das Servicepersonal ist zuvorkommend und freundlich, das Ambiente angenehm und der kleine Biergarten, auch dank des schönen Wetters, gemütlich und dabei nicht minder elegant. Die Schwaige eben, möchte man als Nymphenburger sagen, aber auch hier bietet Kinner wesentlich mehr als gute bayerische Küche: Wer möchte, kann beim „Dinner im Rausch der Sinne“ jeden Donnerstag und Freitag ein 4-Gänge-Menü bei spezieller Lichttechnik genie-ßen. Teilnehmende Gäste erleben hier ihr „buntes Wunder“, denn Farben bestimmen und manipulieren den Geschmackssinn. So kann es passieren, dass man
mal eben den Geschmack der Fleischsorten verwechselt oder nicht mehr weiß, ob man gerade Weiß- oder Rotwein trinkt. Begleitet werden die Gäste bei ihrem Rausch der Sinne von einer speziellen Moderation.
In einen ganz anderen Genuss kommen Gäste der Schwaige beim „König-Ludwig-Menü“. Verpackt in ein 3-Gänge-Menü lockt das Angebot jeden Dienstag und Mittwoch mit dem Motto „Speisen wie König Ludwig II.“ und spannenden Geschichten über das Königshaus. Wer in der Schlosswirtschaft mehr Romantik sucht, findet sich vielleicht bald beim „Candle-Light-Dinner“ wieder, das es von Mittwoch bis Sonntag ebenfalls mit einem 3-Gänge-Menü gibt.
Ein einmaliges Spektakel bot die Schwaige ihren Gästen vom 25. bis 28. August, bei dem ein besonderes Schauspiel König Ludwig II. und sein Gefolge originalgetreu auf dem Weg zum Schloss Nymphenburg darstellte – mit allem Drum und Dran.

Frischer Wind in der alten Schwaige
Das traditionelle und gleichzeitig vielseitige Programm der Schwaige kommt gut an, das merkt man auch an den Besuchern, erzählt uns Peter Kinner. Die Schwaige erfährt eine goldene Zeit. Geplant ist deshalb der Ausbau des Bewirtungsbereichs nach oben in den ersten Stock, der bislang nicht genutzt wird. Die neuen Räume sollen moderner werden
da stellt sich die Frage, wie viel moderner die geschichtsträchtige Schwaige überhaupt noch werden darf? Peter Kinner weiß aber ganz offensichtlich, was seine Gäste mögen, und auch wir fühlen uns pudelwohl.

Für jeden eine gute Küche
Die Schwaige teilt sich in vier räumliche Bereiche, das gemütliche König-Ludwig-Stüberl, in dem eine besondere Stille und angenehme Atmosphäre herrschen, das stattliche Wittelsbacherzimmer, den Max-Emanuel-Saal, benannt nach dem Sohn von Kurfürst Ferdinand Maria, und den Schloss-Biergarten, der bei schönem Wetter zum Pflichtprogramm wird. Die gutbürgerlich-bayerische Karte bietet für jeden Geschmack das Richtige, wenn Gäste, die im Schnitt 40 Jahre oder älter sind, vor allem abends in der Schlosswirtschaft speisen. Mit Fleisch vom Hofgut Schwaige sind auch die Preise der Wirtschaft eher stattlich, aber nicht unbezahlbar und für die hohe Qualität des Essens angemessen. So ist nicht einmal der Schweinebraten hier einfach nur ein Schweinebraten, denn er wird aus verschiedenen ausgewählten Fleischstücken des Schweins serviert, für einen vielseitigen Geschmack. Neben einer Kinderkarte gibt es in der Schwaige übrigens auch eine Spielecke für die Kleinen, außerdem einen großzügigen Spielplatz im Biergarten.

Früher war die Schwaige ein Viehhof, heute ist sie eine feine bayerische Wirtschaft direkt am Schloss Nymphenburg. Das Publikum ist in den letzten Jahren größer und gleichzeitig jünger geworden, und es gibt genug Gründe, die Schwaige jeden Monat für sich neu zu entdecken.

Mehr Infos unter:
www.schlosswirtschaft-schwaige.de

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