Die Blumenbinderin

by · Juli 10, 2012

Wir betreten ein Blumengeschäft und sind betört vom Duft des Blütenmeeres, der uns von einem wunderbar abgestimmten Farbenspektrum entgegenschwebt. Mittendrin steht Sibylle Krämer, die sich ein Leben ohne Blumen nicht vorstellen kann – weshalb sie das Handwerk der Floristin als Traumberuf bezeichnet. Auch wenn es heißt, morgens um 5 Uhr in aller Herrgottsfrühe zum Blumengroßmarkt zu fahren! Auch wenn tagein, tagaus hunderte von Töpfen bewegt, gewässert und arrangiert werden müssen! Dass Sybille Krämer, die den Gerner Laden des heuer 100 Jahre alten Gärtnereibetriebs Alois Brandl leitet, Blumen liebt, erschließt sich dem Besucher schnell: Da stehen nicht Kraut und Rüben durcheinander, sondern Kräuter und Blütenpflanzen in reinster Harmonie. Die Blumenbinderin bringt nicht irgendwelche Pflanzen ins Sortiment, sondern zu einander und zur Jahreszeit passende. Das schließt bunt gefärbte Astern und mit Glitzer überzogene Grünpflanzen ebenso aus wie Sonnenblumen zu Ostern und Pfingstrosen zur Weihnachtszeit. „Wir empfehlen unseren Kunden grundsätzlich, saisonal stimmige Blumen zu kaufen. Die sind robuster, passen ins Leben und haben, wenn’s gutgeht, kürzere Transportwege hinter sich.“ Glücklicherweise ist der Weg von Italien nach München oft kürzer als der aus den Niederlanden …

Sibylle Krämer liebt ihre Pflanzen–  und kennt deren Bedürfnisse. Zu Hause wieder anschneiden, in warmes Wasser stellen, wenig Wasser für die Tulpen. Vor allem aber hat sie ein Händchen dafür, Sträuße und Gebinde als geschmackvolle Arrangements zusammenzustellen. Drei Griffe in drei Töpfe, zwei Gräser, fertig. Duftende Sträuße mit Salbei, schlichte Sommerblumensträuße, kitschfreie Liebesgrüße … Blumen sind nun mal ihr Leben. Und diese richtig aufblühen zu lassen: darin beweist sie Extraklasse.

Baldurstraße 35

Unter: Allgemein

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